{"id":2299,"date":"2020-07-11T15:57:00","date_gmt":"2020-07-11T13:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/?p=2299"},"modified":"2024-06-14T18:20:48","modified_gmt":"2024-06-14T16:20:48","slug":"kristina-berning","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/en\/2020\/07\/11\/kristina-berning\/","title":{"rendered":"Kristina Berning"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<p class=\"has-text-align-left\">Kristina Berning<br>Echo &amp; Raukan<br><br>Lichthaus Arnsberg<br>11. Juli \u2013 5. September 2020<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"698\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8260_LK-1024x698.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2300\" style=\"border-style:none;border-width:0px;border-radius:0px\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8260_LK-1024x698.jpg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8260_LK-300x205.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8260_LK-768x524.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8260_LK-18x12.jpg 18w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8260_LK.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Installationsansicht, Kristina Berning. Echo &amp; Raukan, Lichthaus Arnsberg<br>Foto: Heiner Lieberum<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:5px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Der Fachdienst Kultur der Stadt Arnsberg und der Kunstverein Arnsberg freuen sich, das Lichthaus in diesem Sommer mit der Ausstellung \u201eEcho &amp; Raukan\u201c von Kristina Berning wiederzuer\u00f6ffnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mitten im Klosterhof Wedinghausen l\u00e4sst die aus Nordrhein-Westfalen stammende K\u00fcnstlerin die Illusion von k\u00fchlem und unerreichbarem Nass entstehen. Berning verwandelt den Innenraum des Lichthauses in eine unwirkliche Landschaft: Hinter den Glasw\u00e4nden wachsen Felsgebilde aus einer spiegelnden Fl\u00e4che empor und durch ihr Spiegelbild zugleich hinab. Kommt der Betrachtende n\u00e4her heran, wird er selbst zum Teil des Ensembles.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Lichthaus sind haupts\u00e4chlich Arbeiten aus der Werkserie \u201eDigging Sculptures\u201c zu sehen, die f\u00fcr Berning&nbsp;in engem Zusammenhang mit einer Reise&nbsp;zur schwedischen Insel Gotland stehen. Die Ostsee-Insel wird kontinuierlich aus dem Meer gehoben, wobei die Brandung seit 490 Millionen Jahren herauswachsende Felsen umsp\u00fclt und bearbeitet. Nur einzelne Felst\u00fcrme, die sogenannten Raukar, konnten den Meeresgewalten widerstehen. Sie formen surreale Landschaften und h\u00fcten wie einsame Riesen den Strand.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Gotland beginnt die K\u00fcnstlerin Tonbl\u00f6cke auszuh\u00f6hlen. Sie gr\u00e4bt sich mit blo\u00dfen H\u00e4nden in das Material und wiederholt damit, ohne die geologischen Formationen nachahmen zu wollen, den Gestus der Wellen. Berning l\u00e4sst Plastiken entstehen, die sich weniger als Ausdruck absoluten Formwillens, sondern vielmehr als k\u00fcnstlerische Aneignung eines formgebenden Prozesses, n\u00e4mlich der Abtragung und Erosion verstehen lassen. Die blind produzierten Hohlr\u00e4ume gie\u00dft die K\u00fcnstlerin mit Gips aus. Bei den \u201eDigging Sculptures\u201c, die nun im Lichthaus zu sehen sind, handelt es sich um eben diese Abg\u00fcsse. Sie verweisen noch immer auf ihren menschgemachten Ursprung: Nicht nur die Fingerspuren der K\u00fcnstlerin, auch ihre k\u00f6rperlichen Dimensionen haben sich den Skulpturen eingeschrieben. So entspricht ihre durchschnittliche H\u00f6he von circa 80 Zentimetern der L\u00e4nge eines Armes und damit der maximalen Tiefe, die die K\u00fcnstlerin beim Aush\u00f6hlen des Tonblocks erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ausstellungstitel stellt zwei der Skulpturen, \u201eEcho\u201c und \u201eRaukan\u201c, als Protagonisten heraus. W\u00e4hrend erstere den eben beschriebenen Prozess erkennen l\u00e4sst, erhebt sich \u201eRaukan\u201c weit \u00fcber die \u00fcbrigen Figuren und erinnert an die tats\u00e4chlichen Dimensionen der Raukar-Felsen. Der einsame Riese im Lichthaus wurde nach einem 3D-Scan der gleichnamigen \u201eDigging Sculpture\u201c aus OSB-Platten gefr\u00e4st. Die K\u00fcnstlerin stoppte das Verfahren jedoch vor der Fertigstellung. Die Skulptur verharrt also im fragmentarischen Zustand, der die digitale Grundlage \u2013 das Konstrukt aus Bildinformationen \u2013 erahnen l\u00e4sst. Erneut r\u00fcckt der Prozess der Formgebung in den Vordergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Paar zusammengefasst, rufen \u201eEcho und Raukan\u201c schlie\u00dflich auch mythologische Bez\u00fcge in Erinnerung. So greift die Installation ikonische Motive der ungl\u00fccklichen Geschichte von \u201eNarcissus und Echo\u201c auf, die der r\u00f6mische Dichter Ovid in seinen Metamorphosen beschreibt. Die Bergnymphe Echo hat den Zorn der G\u00f6tter auf sich gezogen. Zur Strafe kann sie lediglich die Worte wiederholen, die ihr entgegengebracht werden. Als sie dem sch\u00f6nen Narziss begegnet, kann sie ihre Liebe nicht \u00e4u\u00dfern. Von ihm abgewiesen, zieht sie sich in eine H\u00f6hle zur\u00fcck und wird ganz Stimme, ihr K\u00f6rper zu Stein. Der stolze J\u00fcngling aber wird daraufhin f\u00fcr seinen Hochmut bestraft. Er verf\u00e4llt seinem Spiegelbild, das ihn in den Wahnsinn und schlie\u00dflich in den Tod treibt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie im Mythos von \u201eNarcissus und Echo\u201c werden Spiegelung und Widerhall zum zentralen Motiv der Installation. In der Tat erscheinen Bernings Skulpturen, wie&nbsp;die versteinerte&nbsp;Echo, durch die von innen nach au\u00dfen dringenden Fingerspuren belebt. Schlie\u00dflich erm\u00f6glicht aber die Verbindung mit \u201eRaukan\u201c, dessen Name auf die Raukar verweist und die nordische Mythologie anklingen l\u00e4sst, einen neuen Ausgang der Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ausstellung&nbsp;des Fachdienstes Kultur&nbsp;der Stadt Arnsberg in Kooperation mit dem Kunstverein Arnsberg.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit freundlicher Unterst\u00fctzung der J\u00e4ckering Gruppe, Hamm.<\/p>\n\n\n\n<p>Text &amp; curation: Lydia Kornd\u00f6rfer<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-1 wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"802\" height=\"1200\" data-id=\"2301\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8296_LK.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2301\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8296_LK.jpg 802w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8296_LK-201x300.jpg 201w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8296_LK-684x1024.jpg 684w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8296_LK-768x1149.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8296_LK-8x12.jpg 8w\" sizes=\"(max-width: 802px) 100vw, 802px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Installationsansicht, Kristina Berning. Echo &amp; Raukan, Lichthaus Arnsberg<br>Foto: Heiner Lieberum<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"798\" data-id=\"2302\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DX51516_LK.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2302\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DX51516_LK.jpg 1200w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DX51516_LK-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DX51516_LK-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DX51516_LK-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DX51516_LK-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"802\" height=\"1200\" data-id=\"2303\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8302_LK.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2303\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8302_LK.jpg 802w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8302_LK-201x300.jpg 201w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8302_LK-684x1024.jpg 684w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8302_LK-768x1149.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC8302_LK-8x12.jpg 8w\" sizes=\"(max-width: 802px) 100vw, 802px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Installationsansicht, Kristina Berning. 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