{"id":1152,"date":"2013-07-20T23:21:00","date_gmt":"2013-07-20T21:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/?p=1152"},"modified":"2024-06-14T18:42:08","modified_gmt":"2024-06-14T16:42:08","slug":"andreas-greiner-fabian-knecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/en\/2013\/07\/20\/andreas-greiner-fabian-knecht\/","title":{"rendered":"Andreas Greiner &amp; Fabian Knecht"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<p>Andreas Greiner &amp; Fabian Knecht<br>Entladung<br>20. Juli \u2013 20. Juli 2013<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2000\" height=\"1324\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2013-Andreas-Greiner-Fabian-Knecht-Entladung-4_Lieberum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1384\" style=\"border-style:none;border-width:0px;border-radius:0px\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2013-Andreas-Greiner-Fabian-Knecht-Entladung-4_Lieberum.jpg 2000w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2013-Andreas-Greiner-Fabian-Knecht-Entladung-4_Lieberum-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2013-Andreas-Greiner-Fabian-Knecht-Entladung-4_Lieberum-1024x678.jpg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2013-Andreas-Greiner-Fabian-Knecht-Entladung-4_Lieberum-768x508.jpg 768w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2013-Andreas-Greiner-Fabian-Knecht-Entladung-4_Lieberum-1536x1017.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn Dinge explodieren, wird in kurzer Zeit ein Raumvolumen durch Ketten physikalischer Vorg\u00e4nge um ein Vielfaches ausgedehnt. Der Raum wird \u201epl\u00f6tzlich\u201c neu geordnet, im Bruchteil einer Sekunde ver\u00e4ndert. Explosionen sind immer \u201ejetzt\u201c. Sie schneiden in die Gegenwart.<br><br>Wer Zeuge einer Explosion wird \u2013 unerwartet, irgendwo am Rand einer Stadt \u2013, der macht eine Erfahrung, die ihn nachhaltig irritieren wird. Die Intensit\u00e4t der Erfahrung wird mit der K\u00fcrze eines Moments erkauft, der endet, sobald er begonnen hat: Er kommt und geht in einem Schritt. Nach der Explosion aber wird die Gegend nicht mehr die gleiche sein, auch wenn nichts zerst\u00f6rt \u2013 gerade dann, wenn nichts zerst\u00f6rt wurde. Eine Explosion, die nichts zerst\u00f6rt: die \u201eAbbildung\u201c einer Explosion? Sind Explosionen irreal, wenn sie keine Konsequenzen haben?<br><br>Die Explosion verr\u00fcckt die Umgebung vor einen anderen Hintergrund. Arnsberg wird problematisch, f\u00fcr Momente zu einem Krisengebiet. Die Nachrichtenbilder sind pl\u00f6tzlich \u201eganz real\u201c, sind nicht mehr Nachrichtenbilder. Die Grenzen werden aufgel\u00f6st. Der Raum muss neu geordnet werden.<br><br>Kann eine Explosion \u2013 darf eine Explosion zum Kunstwerk werden? Muss ein solches Werk aus ethisch-moralischen Gr\u00fcnden verworfen werden? Muss die Kunst (ein Ph\u00e4nomen der Eliten?) moralisch rechtfertigbar sein? Darf man Explosionen sch\u00f6n, Zerst\u00f6rungen \u00e4sthetisch finden?<br><br>Wann sind Werke dekadent, wann kritisch? K\u00f6nnen sie beides zugleich sein? Wann sind Werke einKommentar und wann bereits ein Teil des Problems? M\u00fcssen die Fragen beantwortet werden, bevor das Kunstwerk verwirklicht wird? Muss das Werk verwirklicht werden, um solche Fragen im Ernst zu stellen?<br><br>Andreas Greiner und Fabian Knecht erm\u00f6glichen mit ihrer Intervention eine ambivalente, im vollen Sinne grenzwertige \u00e4sthetische Erfahrung. Sie brechen mit ihrer Explosion (dem \u201eAbbild\u201c einer Explosion?) den Alltag auf und provozieren die Ausnahme, den \u201eAusnahmezustand\u201c. Durch einen Augenblick der Irritation und die Reflexion, die auf ihn folgt, \u00f6ffnen sie einen Raum, in den das Andere des Alltags tritt: das Leiden und die Sch\u00f6nheit in den toten Winkeln der Gegenwart, die wir lieber ignorieren w\u00fcrden. Explosionen sind immer \u201ejetzt\u201c.<br><br>Lukas T\u00f6pfer, Januar 2013<br><br>&#8211;<br><br>Das Projekt in Arnsberg wurde realisiert mit der freundlichen Unterst\u00fctzung von:<br>Mitya Churikov<br>Gernot Disselhoff<br>Dennis Horn<br>Imke Kannegiesser<br>Lilia Kovka<br>Heiner Lieberum<br>Dieter Meth<br>Albert Samreth<br>Diana Sirianni<br>Oxana Starcev<br>Yuichiro Tamara<br>Hadas Tapouchi<br>Andrea Teiser<br>Johannes Teiser<br>Kathrin Ueberholz<br>Vlado Velkov<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-2 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column has-global-padding is-layout-constrained wp-block-column-is-layout-constrained\" style=\"flex-basis:800px\">\n<figure class=\"wp-block-gallery alignfull has-nested-images columns-1 wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas Greiner &amp; Fabian KnechtEntladung20. 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