{"id":1056,"date":"2008-07-18T21:52:00","date_gmt":"2008-07-18T19:52:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/?p=1056"},"modified":"2024-06-14T18:54:02","modified_gmt":"2024-06-14T16:54:02","slug":"susanne-schuricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/en\/2008\/07\/18\/susanne-schuricht\/","title":{"rendered":"Susanne Schuricht"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<p>Susanne Schuricht<br>Double Room, Corpus 01 | Schlossberg<br>18. Juli \u2013 31. Juli 2008<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1559\" style=\"border-style:none;border-width:0px;border-radius:0px\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-1.jpg 600w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:5px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Ein Raum-K\u00f6rper mit Schiebe-Elementen \u2013 Double Room, Corpus 01 \u2013 wird auf dem Schlossberg in Arnsberg aufgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Raum-K\u00f6rper ist begehbar, seine Teile sind greifbar nahe, man kann sie verschieben und so die Perspektiven wechseln, einen Ausschnitt schaffen, den man im n\u00e4chsten Moment wieder ver\u00e4ndern kann. Der Raum-K\u00f6rper trennt mich von der Welt um mich herum und bringt mich ihr besonders nahe.\u201c [Susanne Schuricht]<\/p>\n\n\n\n<p>Leon Battista Alberti definiert 1452 in \u201eDe Re Aedificatoria\u201c, Architektur als \u201e&#8230;Harmonie und Einklang aller Teile, die so erreicht wird, dass nichts weggenommen, zugef\u00fcgt oder ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnte, ohne das Ganze zu zerst\u00f6ren.\u201c Kunst wiederum ist im Zusammenhang mit dem Corpus daraufhin ausgelegt, dieses Ganze ins Bewusstsein zu r\u00fccken. So ist der \u201eDouble Room, Corpus 01\u201c ein liegender Quader, wei\u00df, mit Schiebew\u00e4nden an der Decke und an den Seiten, etwas mehr als anderthalb Meter hoch und zweieinhalb Meter breit. Er erm\u00f6glicht immer wieder neue Blickausschnitte analog zu den Bewegungen und Justierungen der Schiebew\u00e4nde: Sichten der Person aus dem Inneren des Raumes nach Au\u00dfen und auf die Person im Inneren von Au\u00dfen. Resultat ist die Rahmung von Blickausschnitten von Innen nach Au\u00dfen und von Au\u00dfen nach Innen. Die Blickausschnitte nach Au\u00dfen erm\u00f6glichen Sichten auf Landschaft und Landschaftspr\u00e4gende Elemente. Nach Innen sind es Blicke, die einen rechteckigen wei\u00dfen Grund zeigen, in dem sich Durchblicke auf Landschaft wie auch Fragmente von Personen im Inneren auftun. Hierbei ist die Haltung der Menschen im Inneren durch die H\u00f6he des Raumes vorgegeben. Sie hocken oder liegen im Raum und schauen hinaus und werden immer wieder in Teilen von den Schiebew\u00e4nden verdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Architektur kann \u00fcber ihren Raum schaffenden Charakter definiert werden und besteht in der Dualit\u00e4t von Raum und H\u00fclle. Sie schafft eine Grenze zwischen Au\u00dfen und Innen. Durch diese H\u00fclle entsteht ein Raum zum Aufenthalt und T\u00e4tigwerden von Menschen, sowie zur Aufbewahrung seiner Dinge, gesch\u00fctzt vor den unerw\u00fcnschten Einfl\u00fcssen der Au\u00dfenwelt. Der Corpus ist anders. Er macht die Dualit\u00e4t von Innenraum und Au\u00dfenraum bewusst und gibt so den Anlass sich selbst im Verh\u00e4ltnis zu beiden R\u00e4umen zu verorten und zu vergeistigen. Der Benutzer im Raum wird im Raum sein und seinen Blick auf das Au\u00dfen selbst justieren, w\u00e4hrend er gleichzeitig f\u00fcr den Betrachter diesen Akt des selbst gew\u00e4hlten Blicks in Form eines eingefassten Bildes seiner selbst im wei\u00dfen Raum versinnbildlicht. Dies wird dadurch m\u00f6glich, weil dieser Raum als Kunstwerk keinen funktionellen sozialen, politischen oder wirtschaftlichen also konkreten Grund seiner Existenz repr\u00e4sentiert, au\u00dfer Kunst zu sein. Die Gestalt des Corpus, seine Form und Kubatur, seine Proportion, das alles sind \u00e4sthetische Aspekte, die sich in diesem Fall durch die Flexibilit\u00e4t der Schiebew\u00e4nde von der Funktion und Benutzung ableiten lassen. Wesentlich f\u00fcr die Bedeutung der Arbeit ist die Interaktion von Kunstwerk und Betrachter und der Betrachtung des Betrachters im Inneren. Es ist eine authentische Kunst-Erfahrung von Welt in der Welt. Sie entspricht dem Ziel von Max Horkheimer und Theodor Adorno in der \u201eDialektik der Aufkl\u00e4rung\u201c. Sie fordern die authentische Kultur als etwas, das in erster Linie sich selbst gen\u00fcgt und dies zum Zweck hat. Sie f\u00f6rdert die Phantasie des Menschen, indem sie Anregungen gibt, aber anders als die Kulturindustrie, den Freiraum f\u00fcr eigenst\u00e4ndiges menschliches Denken und Handeln l\u00e4sst. Authentische Kultur will in ihrem Sinne nicht die Wirklichkeit nachstellen, sondern weit \u00fcber sie hinausgehen.1 [Wolf Guenter Thiel]<\/p>\n\n\n\n<p>Susanne Schuricht lebt und arbeitet in Berlin. Ihr Schwerpunkt sind Installationen und fotografische Arbeiten. Susanne Schuricht hat national und international ausgestellt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-2 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column has-global-padding is-layout-constrained wp-block-column-is-layout-constrained\" style=\"flex-basis:800px\">\n<figure class=\"wp-block-gallery alignfull has-nested-images columns-1 wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"2530\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Scan-12-scaled.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1776\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Scan-12-scaled.jpeg 2560w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Scan-12-300x296.jpeg 300w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Scan-12-1024x1012.jpeg 1024w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Scan-12-768x759.jpeg 768w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Scan-12-1536x1518.jpeg 1536w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Scan-12-2048x2024.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1777\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-5.jpg 600w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-5-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-6.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1778\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-6.jpg 600w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-6-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-9.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1779\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-9.jpg 450w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2008-Schuricht-9-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"410\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/susanne_schuricht_a.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1780\" srcset=\"https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/susanne_schuricht_a.jpg 410w, https:\/\/www.kunstverein-arnsberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/susanne_schuricht_a-205x300.jpg 205w\" sizes=\"(max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Susanne SchurichtDouble Room, Corpus 01 | Schlossberg18. 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